Gleitlack / Gleitlacke, auch Anti-Friction-Coatings genannt, sind im Formulierungsprinzip den üblichen Industrielacken gleichzusetzen. Sie enthalten Festschmierstoffe als Pigmente, Harze als Bindemittel sowie Lösemittel. Entscheidend für die Schmierwirksamkeit und den Korrosionsschutz des Gleitlackes ist neben der Auswahl der einzelnen Rohstoffe die Pigmentvolumenkonzentration.
Als Feststoffe (Pigmente) werden vorwiegend Molybdändisulfid (MoS2), PTFE und andere strukturell wirksamen Stoffe eingesetzt. Der Festschmierstoff, der je nach Produkt bei Raumtemperatur oder durch Wärmeeinwirkung zu einer sehr dauerhaften, wartungsfreien Gleitbeschichtung aushärtet, kann nun beispielsweise eine Öl- oder Fettschmierung ersetzen.
Gleitlack bietet als Hochleistungsschmierstoff häufig eine wartungsfreie Dauerschmierung und erfüllt extreme Anforderungen, die von herkömmlichen Schmierstoffen nicht mehr bewältigt werden können.
Im Gegensatz zu einer hydrodynamischen Schmierung (hier wird die vollständige Trennung der Kontaktoberflächen durch ein viskoses oder konsistentes Medium wie Öl oder Fett gewährleistet) besteht die Möglichkeit der Oberflächentrennung durch das Aufbringen eines Gleitlackes. Durch diese Applikation wird im Betrieb eine Trennung der Kontaktoberflächen erzielt. Der trockene und saubere Schmierfilm vom Gleitlack eliminiert, im Gegensatz zu hydrodynamischen Varianten, unerwünschte und störende Verunreinigungen.